Wie Ideen junger Menschen den Strukturwandel im Rheinischen Revier greifbar machen

Digitale Gesellschaft | 12.05.2026

Beim Hackathon „Let’s dig into the future“ der Initiative IT-Fitness zeigt Helliwood gemeinsam mit jungen Menschen, wie Strukturwandel zum Gestaltungsraum wird. Im Rahmen unserer Skilling-Angebote in NRW haben 70 Jugendliche mithilfe von KI, Code und kreativen Ideen neue Perspektiven für das Rheinische Revier entwickelt.

Zukunft steht plötzlich im Raum
Wo sonst Business-Meetings stattfinden, füllen an zwei Tagen 70 Schülerinnen und Schüler aus sieben Schulen die Microsoft Event Area in Köln mit Skizzen, Diskussionen, Code und Ideen. Sie arbeiten an einer Frage, die mitten in die Lebensrealität der Region führt: Wie wollen wir künftig gemeinsam leben, sozial, gerecht, verantwortungsvoll und nachhaltig?

Für Helliwood ist genau das der Ausgangspunkt für wirksame Bildungsarbeit. Junge Menschen sollen die Zukunft nicht nur erklärt bekommen. Sie sollen erleben, dass sie selbst Einfluss nehmen können. Gerade in einer Region, die durch den Strukturwandel vor großen Veränderungen steht, sind Räume wichtig, in denen junge Perspektiven ernst genommen werden.

Aus Strukturwandel wird Gestaltungsraum
Im Mittelpunkt des Hackathons stehen reale Herausforderungen, die junge Menschen selbst betreffen, stets angelehnt an die Sustainable Development Goals (SDGs).

Die Jugendlichen setzen sich mit den Themen Klima, Gesundheit, digitale Teilhabe, politische Beteiligung, Nachbarschaft und sozialer Zusammenhalt auseinander. Dabei betrachten sie diese Themen mit Blick auf ihren eigenen Alltag und ihre Region. Ein Teilnehmer bringt es auf den Punkt: Nachhaltigkeit soll wieder zum Trend werden.

Mit KI vom Problem zur Idee
Bereits nach dem ersten Tag war zu sehen, wie schnell aus Fragen konkrete Ansätze entstehen: Es wurden erste Konzepte entwickelt, Skizzen für Prototypen angefertigt und Visionen klar formuliert. Dabei nutzten die Jugendlichen KI-Tools, um Themen zu erschließen, Ideen zu strukturieren und erste Demo-Versionen zu entwickeln. Einige Teams nutzten das Vibe-Coding, um erste App-Prototypen zu erstellen – auch ohne umfangreiche Programmiererfahrung. Genau hier wurde greifbar, was häufig abstrakt beschrieben wird. KI ist eine Ermöglichungstechnologie und kann Entwicklungsprozesse deutlich beschleunigen. Für die Schüler:innen
bedeutet dies ein Selbstwirksamkeitserleben par excellence.

Arbeiten im Team und mit Expert:innen
Die Stärke dieses Formats liegt auch im intensiven Austausch. Die Teams diskutierten ihre Ideen, arbeiteten Geschäftsmodelle aus und testeten, wie tragfähig ihre Ansätze in der Praxis sein könnten. Dabei wurden sie von Expert:innen aus verschiedenen Bereichen unterstützt, die Feedback gaben und die Perspektiven erweiterten. Neben dem Team von Helliwood waren dabei: Software-Entwickler:innen von Microsoft, Nachhaltigkeitsexpert:innen von Viva con Agua und der ReDi School sowie unsere Trainer:innen in Zusammenarbeit mit der FH Aachen.

Ausgezeichnete Ideen und Lösungen
Am Ende der zwei Tage stehen konkrete Prototypen. Dazu gehören eine App für regionale und gesunde Ernährung, eine Plattform gegen Einsamkeit und für generationenübergreifende Begegnung sowie eine KI-gestützte Fitness- und Gesundheits-App für den Alltag. Andere Teams arbeiten an politischem Austausch, Cybermobbing-Prävention oder nachhaltigem Konsum.

Doch noch wichtiger als die finalen Pitches ist der Weg dorthin. Die Jugendlichen arbeiten intensiv, eigeninitiativ und hoch motiviert. Sie lernen nicht nur etwas über KI, Nachhaltigkeit oder App-Entwicklung. Sie lernen auch, dass ihre Perspektiven auf Nachbarschaft, Region und Gesellschaft relevant sind.

Der Eindruck von Nienke Ris aus Amsterdam, EMEA Datacenter Community Affairs Director bei Microsoft, fasst die Atmosphäre vor Ort gut zusammen: „Es war großartig zu sehen, wie sie vor Energie sprühten und welche Ideen sie zu großen Themen in ihren Gemeinden hatten.“

Und das Team von Helliwood hat gezeigt, wie modernes Skilling gelingen kann. Es verbindet Technologie mit Haltung, regionale Transformation mit jungen Perspektiven und Lernen mit echter Verantwortung.

Vom Prototyp zur nächsten Möglichkeit
Die ersten Follow-up-Termine sind bereits geplant. Denn manche Ideen verdienen mehr als nur Applaus nach dem Pitch. Sie verdienen die Chance, weitergedacht zu werden.

Möchten Sie mehr über unsere Lernformate für Zukunftskompetenzen erfahren? Kommen Sie mit uns ins Gespräch.

Autor: Jutta Schneider & Ina Sesgör

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