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Das Kompetenzmodell von Helliwood

Von:

2. November 2016

Redaktion

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Das von Helliwood für das Bundesbildungsministerium entwickelte Kompetenzmodell ist Grundlage für einige ganz unterschiedliche Bildungsprojekte und -initiativen, die Kompetenzen im Umgang mit Medien aufbauen wollen. Als aktiv gestaltendes Mitglied einer digitalisierten Gesellschaft nimmt die Agentur im Förderverein für Jugend- und Sozialarbeit e.V. (fjs) damit eine vermittelnde Position zwischen Bildung und Medien ein.

Das Kompetenzmodell von Helliwood

Das Kompetenzmodell am Beispiel der Projekte WirtschaftsWerkstatt, Teachtoday und Kompetenzlabor

Von Helliwood entwickelte online gestützte Verfahren der Kompetenzbilanzierung und Kompetenzförderung basieren auf einem Kompetenzmodell, das im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts erarbeitet wurde. Im Zentrum des Projekts „Kompetenzlabor. Onlinegestützte Entwicklung und Bilanzierung von Medienkompetenz in der Aus- und Weiterbildung“ stand die Förderung von Medienkompetenz junger Erwachsener in Ausbildungsprozessen. Das Modell basiert auf dem Kompetenzansatz nach Erpenbeck: Menschen verfügen über die Dispositionen der Selbstorganisation, um in unerwarteten, offenen Problem- und Entscheidungssituationen kreativ und eigenständig zu handeln.

Kompetenzatlas und 21st Century Skills
Das Kompetenzmodell Medienkompetenz wurde auf der Grundlage des Kompetenzatlas von Prof. J. Erpenbeck entwickelt. Ausgehend von einem grundsätzlichen Verständnis von Medienkompetenz als Querschnittskompetenz, wurden mithilfe des KODE®X-Verfahrens 16 Schlüsselkompetenzen definiert, die für einen kreativen, sicheren und kommunikativen Umgang mit digitalen Medien besonders wichtig sind.

Die Definitionen dieser 16 Schlüsselkompetenzen umfassen jeweils vier Handlungsanker, mit deren Hilfe Medienkompetenz genauer zu bewerten ist bzw. individuell einschätzbar wird. Damit unterstützt das Kompetenzmodell sowohl die Kompetenzerfassung als auch die Kompetenzentwicklung von jungen Erwachsenen.

Aus der Praxis: Screenshots von der Selbsteinschätzung des Kompetenzlabors

Darüber hinaus orientiert sich das Kompetenzmodell an dem sogenannten 4-C-Modell von P21. In der US-amerikanischen Organisation Partnership for 21st Century Skills engagieren sich mehr als dreißig Unternehmen aus der Bildungs- und IT-Branche für die Förderung von Kompetenzen, die insbesondere für das Berufsleben bedeutsam sind.

Das Kompetenzmodell Medienkompetenz knüpft hier an und stellt sieben der 16 Kompetenzen in den besonderen Fokus der Förderung bzw. Bilanzierung von Medienkompetenz von jungen Auszubildenden:

21st Century Skills Kompetenzatlas Erpenbeck
Collaboration Kooperationsfähigkeit
Communication Kommunikationsfähigkeit
Critical thinking Beurteilungsvermögen
Creativity Schöpferische Fähigkeit
Leadership & Responsibility Entscheidungsfähigkeit & Eigenverantwortung
ICT Skills Ergebnisorientiertes Handeln mit IKT

 

Handlungsanker
Basierend auf dem Grundverständnis, dass Kompetenzen die Disposition zur Selbstorganisation darstellen, wurden die Handlungsanker in einem aktiven Format entwickelt, also ein bestimmtes Handeln der Personen beschreiben.

Indem wir beispielsweise für einen Auszubildenden zu allen 16 Schlüsselkompetenzen je vier solcher Handlungsanker einschätzen (Rating), können wir seine Medienkompetenz recht genau beurteilen. Und wir können dort, wo wir uns höhere Schlüsselkompetenzen wünschen, gezielt Kompetenzentwicklungsmaßnahmen in Gang setzen. Diese direkte Verbindung zwischen genauer Kompetenzfeststellung und effektiver Kompetenzentwicklung ist unseres Wissens bisher einmalig.“ Prof. John Erpenbeck, Wissenschaftler und Buchautor

Wissen, Können und Verhalten
Die Ausprägung einer Kompetenz über die Handlungsanker kann noch präziser beurteilt werden, wenn weitere Differenzierungsmöglichkeiten zur Anwendung kommen. Deshalb die Abstufungen Wissen, Können und Verhalten bei der Formulierung der Handlungsanker eingesetzt.

Die schwächste Ausprägung einer Kompetenz zeigt sich im individuellen Umgang mit Wissen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Wissen unwichtig wäre. Im Gegenteil: Es ist die Grundlage für das Handeln. Das Handeln wiederum ist Ausdruck einer mittleren Kompetenzausprägung. Es zeigt, dass jemand selbstständig dazu in der Lage ist, etwas selbstorganisiert zu tun, also zu handeln. Die stärkste Ausprägung einer Kompetenz tritt im Verhalten, als der höchsten Form des Handelns, zutage. Verhalten hat hier immer auch einen Bezug zu anderen Menschen. Wer also auf Basis eines eigenen Wertesystems auch im Miteinander mit anderen sicher agiert, verfügt in höchstem Maße über die jeweilige Kompetenz.

Anwendung Kompetenzmodell
Sowohl das Modell selbst als auch das wissenschaftliche Verfahren, mit dem es entwickelt wurde, sind theoretische Grundlage für die Erarbeitung von Instrumenten zur Kompetenzförderung in vielfältigen Kompetenzbereichen und für unterschiedliche Zielgruppen.

  • Im Rahmen des Projekts Kompetenzlabor wurde ein ePortfolio zur Bilanzierung und Förderung von Medienkompetenz entwickelt, dessen Bestandteile Selbst- und Fremdeinschätzung, Handlungscheck und Aufgabenstellungen auf den Kompetenzbausteinen und Handlungsankern aufbauen.
  • Für die Initiative Teachtoday wurde ein Medienkompetenztest für Kinder und Jugendliche erarbeitet, dessen Fragestellungen sich auf ausgewählte Kompetenzen beziehen. Diesen sechs Kompetenzen sind jeweils vier Fragen zugeordnet, die inhaltlich auf das eigene Wissen, Handeln und Verhalten beim Umgang mit digitalen Medien ausgerichtet sind und sich an den Handlungsankern des Kompetenzmodells orientieren.
  • Mit der WirtschaftsWerkstatt werden Grundkenntnisse und Kompetenzen für einen verantwortungsvollen und professionellen Umgang mit Finanzen im Alltag vermittelt. Für den Aufbau dieses Angebots für Jugendliche und junge Erwachsene bildete das Kompetenzmodell ebenfalls die theoretische Grundlage.

Finden Sie weitere Informationen zum Kompetenzmodell, dem Medienkompetenztest von Teachtoday sowie dem Wissenstest der WirtschaftsWerkstatt.

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