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„Der Genuss von Schlaumäusen macht nicht dick, sondern schlau“ sagt Henk Wyniger, Zeichner der neuen Schlaumäuse-Welt im Interview. Henk Wyniger ist seit über 20 Jahren als Werbeillustrator, Charakter- und Packungsdesigner für bekannte Lebensmittelmarken tätig. Jetzt erweckte der gebürtige Schweizer mit seinen fröhlichen Zeichnungen die Welt der Schlaumäuse zu neuem Leben! Den kreativen Entstehungsprozess beschreibt der 46-Jährige in einem Interview.

Henk Wyniger

Henk Wyniger

Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit mit den Schlaumäusen von Ihren sonstigen Aufträgen?
Meine bisherigen Auftraggeber stammen überwiegend aus der Lebensmittelindustrie. Neben dem Design der Verpackungen für Kinderprodukte betreue ich illustrativ diverse Markencharaktere und gestalte deren Markenwelten. Die Arbeit an den Schlaumäusen unterscheidet sich dabei nicht von meinen bisherigen Aufträgen. Allerdings macht der übermäßige Genuss der Schlaumäuse nicht dick sondern schlau, und das ist für mich sehr beruhigend! Je länger man in seinem Job tätig ist, desto mehr hinterfragt man seine Aufträge. Die Arbeit an den Schlaumäusen empfinde ich als ‚vernünftig’, weil ich etwas Gutes für ganz viele Kinder tun kann. Es ist vergleichbar mit einem eigenen Projekt.

Welches waren die größten Herausforderungen bei der Gestaltung der Spielhintergründe- und Szenen?
Eine große Herausforderung war die Darstellung der „Welt der Worte“ in der sich die Schlaumäuse bewegen. Diese Welt musste – dem Stil der Schlaumäuse angepasst – sehr reduziert und visuell schnell erfassbar gestaltet sein ohne langweilig oder lieblos zu wirken.

Nach welchen künstlerischen Kriterien sind Sie vorgegangen?
Durch die bereits entwickelten Schlaumäuse war ich an einen bestimmten Stil gebunden. Sie waren naiv gezeichnet, was ich sehr passend finde. Sie hätten auch von Kindern gemalt worden sein können. Ich habe sie jetzt zum Leben erweckt und habe den Wörterwichtel entsprechend entworfen.

Was fanden Sie besonders reizvoll an der Umsetzung der Bilder zur neuen Schlaumäuse-Version?
Für mich war es sehr reizvoll, dass ich die bestehenden Schlaumäuse-Charaktere modifizieren durfte, um sie dann zum Leben zu erwecken. Insbesondere die Entwicklung und visuelle Gestaltung einer komplett neuen Schlaumäuse-Welt mit Bergen, Flüssen, Seen und Gegenspieler hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es ist für einen Kreativen immer sehr schön, etwas „wachsen“ zu sehen.

Wodurch haben Sie sich bei der Gestaltung inspirieren lassen?
Der Zeichenstil der einzelnen Szenen leitet sich von den bereits bestehenden Schlaumäusen ab und war somit gewissermaßen vorgegeben und Inspirationsquelle zugleich. So habe ich versucht, auch alle anderen Elemente der Szenen in der Formen- und Farbsprache der Schlaumäuse zu gestalten.

Wie viele Szenen haben Sie insgesamt gestaltet und wie lange braucht man dafür?
Angefangen habe ich mit den Charakterentwicklungen der Schlaumäuse und des Wörterwichtels, danach folgten die Studien zur Welt. Diese wurden gemeinsam mit Helliwood und dem Autor Joachim Friedmann entwickelt und abgestimmt. Insgesamt habe ich dann rund zwölf Szenenhintergründe und die dazugehörigen Intros in Form von animierten Bildergeschichten gezeichnet. Diese Intros bestehen jeweils aus bis zu acht Bildern. Begleitend dazu habe ich Animationen der Schlaumäuse und des Wörterwichtels erstellt. Die Entwicklungs- und Illustrationsarbeit hat über sechs Wochen gedauert.

Wie lange dauerte es, den Wörterwichtel zu kreieren und wovon haben Sie sich bei der Ausarbeitung der Figur leiten lassen?
Zusammen mit der Überarbeitung der Schlaumäuse entstand der Wörterwichtel an einem sonnigen Tag während meines Sommerurlaubs auf der Terrasse einer Schweizer Berghütte. Mir war es wichtig, dass er in Stil und Aussehen zu den Schlaumäusen passt und trotz seiner „bösen“ Absichten noch sympathische Gesichtszüge trägt und die Kinder nicht erschreckt. Ebenso sollte es sich bei dieser Figur um eine nicht definierbare Spezies handeln, weder Tier noch Mensch. Die einfache und reduzierte Formensprache der Schlaumäuse findet sich im Wörterwichtel wieder und der zackige Kopf und Zähne gibt ihm ein wildes Aussehen.

Haben Sie besondere Farben gewählt und wenn ja, warum?
Erfahrungsgemäß lieben Kinder bunte und fröhliche Farben. Glücklicherweise bietet der Microsoft-Styleguide eine große Anzahl an solchen Farben derer ich mich bei der Ausgestaltung der Schlaumäuse Welt bedient habe.

Konnten Sie eigene Ideen bei der Ausarbeitung der Szenen einbringen und wenn ja, welche?
Eigene Ideen stecken hauptsächlich in den illustrativen Umsetzungen der Szenen. So ist beispielsweise das Aussehen des „Satzbaus“ oder des „Lautsprechers“ meiner Phantasie entsprungen.

Haben Sie selber Kinder oder haben Sie Kinder als „Berater“ hinzugezogen?
Ich bin spät Vater geworden. Meine kleine Tochter ist zwanzig Monate alt. Aber ich fühle mich selbst noch jung genug und glaube daher zu wissen, was Kindern gefällt.

Hätten Sie in Ihrer Kindergartenzeit selber gerne mit den Schlaumäusen gespielt?
Ich habe immer gerne gespielt und mache es heute noch gerne! Ich bin mir sicher, dass auch ich ein großer Schlaumäuse-Fan gewesen wäre, denn bunte Bilder haben mich schon seit frühster Kindheit fasziniert. Besonders schön finde ich an den Schlaumäusen, dass den Kindern die Lerninhalte in ansprechender Form vermittelt werden. Spiel, Spaß und Spannung kommen hier garantiert nicht zu kurz und ganz besonders freut es mich, das meine Tochter eines Tages auch in einer Kita mit den Schlaumäusen in Berührung kommt und ich dann sagen kann: „ Die Schlaumäuse hat der Papa gezeichnet!“

Das vollständige Interview findet man übrigens auch unter: www.schlaumaeuse.de

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