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Wortwut Wichtelwert

Mit den Geschichten von Joachim Friedmann werden die Schlaumäuse zum Abenteuerland. Mit viel Fantasie und Wortwitz schuf er zusammen mit dem Team von Helliwood die neue Welt der Schlaumäuse. Der erfolgreiche Drehbuchautor schrieb die spannenden Geschichten rund um die beiden Mäuse Lette und Lingo und erläutert im Interview, wie seine beiden Töchter die dritte Version der Lernsoftware finden.

Joachim Friedmann

Joachim Friedmann

Was unterscheidet Ihre bisherigen Aufträge von den Schlaumäusen?
Als Drehbuchautor habe ich in der Vergangenheit für fiktionale Unterhaltung, aber auch für Lernformate gearbeitet, die eher den klassischen Medien zuzuordnen sind, wie Film, Fernsehen, Comic oder Broschüren. Die Überarbeitung der Schlaumäuse-Lernsoftware war eine ganz neue und spannende Herausforderung für mich. Die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es ist eine tolle Vorstellung, ein Lernprogramm mit zu gestalten, dass so vielen Kindern Wissen vermittelt.

Welches war die größte Herausforderung?
Das schwierigste war, eine interaktive Welt zu schaffen, die spannend ist, in der sich die Kinder gerne bewegen und die gleichzeitig die Lernidee des Spracherwerbs unterstützt. Wie sprechen die Mäuse? Sind es eher Kinder oder sollen es Erwachsene sein? Und was für eine Sprache hat der Wörterwichtel? Fragen, die wir in gemeinsamen Diskussionen im Team erörtert haben.

Was fanden Sie besonders reizvoll an der Umsetzung der Schlaumäuse- Version?
Das Reizvolle an meiner Arbeit ist es generell, dass ich viele Leute erreichen kann. Wenn ich für Disney arbeite, weiß ich, dass meine Geschichten in 40 Ländern erscheinen. Schreibe ich ein Drehbuch für die RTL-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ ist mir bewusst, dass rund vier Millionen Menschen zuschauen. Ein computergestütztes Lernspiel zu entwickeln, dass Kindern in ganz Deutschland den Spracherwerb näherbringt, finde ich toll. Wenn die Schlaumäuse beispielsweise den ‚Wörtersee‘ retten, ist das für die Kinder zunächst einmal ein See mit Wörtern. Die Erwachsenen verstehen den Wortwitz dahinter. Diese einerseits abstrakte, aber doch konkrete Welt zu schaffen, hat wirklich Spaß gemacht.

Wodurch haben Sie sich inspirieren lassen?
Bei der Arbeit mit den Schlaumäusen habe ich mich von der Comicwelt inspirieren lassen. Comics werden in Deutschland ja immer ein wenig übel beleumundet. Das ist etwas, was ich nie verstehen werde. Wenn Comics gut gemacht sind, dann sind sie nicht nur komplex und dabei trotzdem leicht zu begreifen – sie haben auch immer eine ganz besondere Botschaft. Bei den Schlaumäusen wollten wir sympathische, leicht verstehbare Charaktere schaffen, die ein ganz bestimmtes Problem zu bewältigen haben. Die Kinder sollen dabei genau wissen, was ihre Mission ist: die Sprache zu retten.

Wie viele Texte und Geschichten haben Sie insgesamt erarbeitet und wie lange braucht man dafür?
Das ist schwierig zu sagen. Es ging zunächst darum, die eigentliche Welt der Schlaumäuse zu schaffen. Anschließend haben wir zwölf verschiedene Stationen mit einer entsprechenden Geschichte entwickelt, wo die Kinder spielen können. Die gesamte Entwicklungszeit hat ungefähr ein halbes Jahr gedauert.

Neben den beiden Schlaumäusen gibt es jetzt auch den Wörterwichtel? Was verbirgt sich hinter der neuen Figur?
In Hollywood sagt man, jede Geschichte ist nur so gut wie der Antagonist. Ich finde es sehr wichtig, einen Gegenspieler zu haben, weil dies einfach zum Leben dazu gehört. Wir sind ständig mit antagonistischen Kräften konfrontiert. Bei den Erwachsenen ist es der Wagen, der nicht anspringt. Das Kind ärgert sich über einen Freund, der nicht mit ihm spielen möchte. Jeden Tag treffen wir auf Probleme, die es zu bewältigen gilt. Das macht das Ganze aber auch spannend, weil man mit den Herausforderungen wächst. So ist es auch mit dem Wörterwichtel, der die Sprache durcheinanderbringt. Angst braucht man nicht vor ihm zu haben, denn er ist kein Unhold. Manchmal ist er sogar ganz süß und genießt es richtig, wenn ihm eine Geschichte vorgelesen wird. Ich hoffe, er wird wie die beiden Mäuse zu einer Plüschfigur, weil er so putzig geworden ist.

Was ist Ihr Schlaumäuse-Lieblingsspiel?
Der Wörtersee, weil man dort eindrucksvoll sieht, wie sich Sprache verhält. Wenn man nur einen Buchstaben verändert, verändert sich die ganze Bedeutung des Wortes. Aus einem Tisch wird ein Fisch oder aus einer Rose wird eine Dose. Der Wörterwichtel nimmt einen Buchstaben weg und schon ist der See kein idyllischer Ort mehr indem ein Fisch schwimmt, sondern da treibt plötzlich ein alter Tisch. Das finde ich schön, weil es so nachvollziehbar ist und bildhaft umgesetzt werden kann.

Welche weiteren Neuheiten gibt es?
Die alte Schlaumäuse-Version war bereits ein sehr erfolgreiches Programm. Wir haben vieles vom pädagogische Konzept, dass gut durchdacht und klar ist, übernehmen können. Unser Ziel war es aber, die gesamte Anmutung sowie das Spielkonzept zu verbessern und eine einheitliche Lernwelt zu entwickeln. Statt der Aneinanderreihung von Spielen, gibt es jetzt ein spannendes Land der Sprache, das inhaltlich aufeinander abgestimmt ist und zu einem eigenen Universum wird. Außerdem haben wir versucht, den Mäusen Charaktere zu verleihen, um sie so noch lebendiger wirken zu lassen.

Beschreiben Sie die Charaktere der Mäuse. Wieso haben Sie ihnen ausgerechnet diese Eigenschaften zugedacht?
Grundsätzlich haben wir uns auch hier an der Lebenswirklichkeit der Kinder orientiert. Ein Problem lässt sich auf verschiedene Art und Weise lösen. Man kann jungenhaft einfach mit dem Kopf durch die Wand gehen und mit Entschlossenheit und Stärke versuchen, vorwärts zu kommen. Oder man bewältigt die Situation frauenaffiner, indem man sich noch einmal hinsetzt und nachdenkt, auf seinen Bauch hört und dann an die Lösung des Problems geht. Beide Wege sind gut und sollten auch möglich sein. Deshalb haben wir auch die Schlaumäuse so positioniert. Die blaue Maus heißt Lingo, hat eine Jungenstimme und ist eher draufgängerisch. Die gelbe und besonnenere Maus heißt Lette. Meine zwölfjährige Tochter Zoe hat ihr übrigens ihre Stimme geliehen.

Wie kam es denn dazu?
Ich fand die Idee sehr schön, ein Projekt mit meiner Tochter zu realisieren. Meine Tochter ist Synchronsprecherin. Sie hat schon mehrere Zeichentrickfilme synchronisiert. Da lag es nahe, sie zu fragen, ob sie einer Maus ihre Stimme leihen möchte. Wir haben ein Probesprechen gemacht. Das lief sehr gut und jetzt laufen die Sprachaufnahmen in den nächsten Wochen.

Haben Sie Ihre beiden Töchter generell als ‚Berater‘ hinzugezogen?
Ja, natürlich. Vor allem meine kleine Tochter. Die ist acht Jahre alt und gehört deshalb noch eher in die Zielgruppe. Sie möchte andauernd mit den Schlaumäusen spielen. Ich muss sie dann ständig daran erinnern, dass sie doch schon lesen kann.

Hätten Ihre Kinder in der Kindergartenzeit mit den Schlaumäusen spielen dürfen?
Auf jeden Fall! Ich halte überhaupt nichts davon, den Kindern nur Holzspielzeug anzubieten. Das finde ich weltfremd. Computerkompetenz ist die wichtigste Qualifikation, die es in der Berufswelt zukünftig geben wird. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass der Computer ein Teil unserer Lebens- und Arbeitsrealität ist. Deshalb habe ich überhaupt kein Problem damit, meine Kinder frühzeitig an neue Medien heranzuführen. Sie sollen selbstverständlich nicht zwei Stunden vor dem PC sitzen. Wie alles andere auch muss es richtig dosiert sein. Der Computer ist ein Baustein in einem komplexen Lernumfeld.

Das vollständige Interview findet man übrigens unter: www.schlaumaeuse.de

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