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Die Welt der Schlaumäuse

Von:

16. Mai 2012

Interview

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Unter Federführung von Helliwood media & education wird die neue Software der Schlaumäuse-Initiative von Microsoft Deutschland entwickelt. Thomas Schmidt gibt in dem Interview exklusive Einblicke über den Ablauf der rund neun Monate dauernden Entwicklungsphase und die Herausforderungen, die das Team zu bewältigen hatte.

Thomas Schmidt

Thomas Schmidt

Welche Arbeitsschritte sind bis zur Fertigstellung einer neuen Schlaumäuse-Version notwendig?
Zuerst haben wir mit der Bewertung der alten Version auseinandergesetzt. Dazu haben wir die Erzieherinnen eingebunden und eine große Umfrage gestartet. Mehr als 20 Prozent aller Schlaumäuse-Kitas haben mitgemacht und uns ihre Erfahrungen geschildert. Aufgrund dieses Feedbacks erstellten wir ein erstes Konzept und stellten das Team aus Autor, Illustratoren, Didaktikern und Konzeptern zusammen. Mit ihnen entwickelten wir die neue Schlaumäuse-Welt und schufen zur CeBIT eine erste Windows 8 Applikation. Diese wird nun schrittweise bis zum Markstart weiterentwickelt.

Welches waren die größten Herausforderungen bei der Entwicklung der neuen Version?
Für die Zielgruppe von Fünf- bis Siebenjährigen Kindern eine solch komplexe Software herzustellen, die auch das hält, was sie verspricht – nämlich die deutsche Sprache zu entdecken – das war schon eine große Aufgabe. Schließlich sollen die Kinder Spaß mit dem Lernprogramm haben. Gut, dass wir nicht bei Null anfangen mussten, denn die aktuelle Version der Schlaumäuse hat schon sehr gute Kritiken erhalten. Darauf haben wir aufgebaut. Allerdings haben wir das didaktische Konzept des entfaltenden Lernens auf das entdeckende Lernen ausgeweitet. Die Kinder können sich in der Software frei bewegen und können sich an den Aufgaben und Schwierigkeitsgraden versuchen, die sie selbst auswählen.

Für die Ausarbeitung der dritten Version hat sich Microsoft für Ihre Agentur entschieden. Was zeichnet Helliwood aus?
Wir haben das technische Know-how in den relevanten Technologien wie Windows 8 und verfügen gleichzeitig über einen didaktischen Hintergrund. Bei der Umsetzung unserer didaktischen Konzepte und Ideen müssen wir uns nicht an Verkaufsstrategien orientieren. Bei allem, was wir tun, stehen die Kinder und Ihr individueller Förderbedarf im Mittelpunkt. Darüber hinaus setzen wir unsere Projekte immer gemeinsam mit der entsprechenden Zielgruppe um. Dafür nutzen wir unter anderem ein eigenes Lernzentrum.

Was ist besonders reizvoll an diesem Auftrag?
Die Welt der Sprache zu entwickeln mit einem Wörtersee, Sprachfällen oder Eselsbrücken. Sprache ist etwas Wunderbares und wir wollten eine phantasievolle Welt kreieren. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Auf der CeBit haben wir eine Testversion gezeigt. Es war ein schönes Gefühl, wenn die Leute sich davon begeistert zeigten. Microsoft als Auftraggeber hat uns perfekt unterstützt und uns eine große Entscheidungsfreiheit bei der Umsetzung des Projekts zugebilligt. Ich denke, man merkt der neuen Version an, dass hier von keiner Seite bestimmte Interessen eingebracht wurden. Es gilt nicht, etwaige mit der Software in Verbindung stehende Produkte auf dem Markt voranzutreiben.

Welche Neuerungen der dritten Version liegen Ihnen besonders am Herzen?
Wir wollten eine dritte Version entwickeln, die sehr gut weiterentwickelt werden kann gleichzeitig aber auch dafür sorgen, dass die Schlaumäuse noch mehr in den Kindergartenalltag integriert werden können. So haben wir ein Vorleseszenario in die Software eingebunden. Denn Kinder, denen viel vorgelesen wird, haben laut Studien auch selber mehr Spaß am Lesen und Eintauchen in die Sprache. Darüber hinaus haben wir Themen aus der Lebenswelt aufgegriffen, die in Kitas weiter behandelt werden wie Natur oder Verkehrserziehung.

Wie sind Sie an die Umsetzung der didaktischen Aufgaben herangegangen?
Durch die Auswertung der Umfrage wussten wir, wo Verbesserungsbedarf bestand, welche Aufgaben Kinder gerne absolvieren und welche nicht. Wir bieten jetzt auch einfachere und kleinformatigere Übungen an und holen Kinder damit ab, die noch gar keinen Zugang zu Buchstaben und ersten Leseerfahrungen gemacht haben.

Was wollten Sie im Vergleich zur vorherigen Version ändern und warum?
Sprache hat so viel zu bieten. Deshalb haben wir die Schlaumäuse quasi zum Leben erweckt und ihnen eine Welt erschaffen. In dieser Welt haben die Mäuse eine Mission zu erfüllen, die sie nur gemeinsam mit den Kindern erfüllen können: die Welt der Sprache retten. Natürlich gibt es auch einen Gegenspieler, der Wörterwichtel. Der sorgt für Spannung, was Kinder toll finden. Gleichzeitig haben wir Elemente entfernt, die beim Lernen störend wirkten. Jetzt sind die Übungen klarer für die Kinder erkennbar.

Welche Ziele sollen mit der neuen Schlaumäuse Version erreicht werden?
Das frühzeitige Fördern der deutschen Sprache bei Kindern ist das A und O. Warum soll man dies nicht auch mit einem modernen Medium tun? Mit den Schlaumäusen legen wir aber neben der Sprachförderung auch einen Grundstein für Medienkompetenz und sinnvolles Nutzen des PCs. Und, es gibt viele Kinder in Deutschland, die wenig gute Sprachvorbilder haben. Bald können sie die Schlaumäuse auch zu Hause nutzen. Damit erhalten sie die Möglichkeit, gut (vor)gesprochene deutsche Sprache auch im privaten Umfeld weiter zu entdecken. Hinzu kommt, dass die Schlaumäuse keinerlei Vermarktungsinteressen verfolgen und von daher auch Einzug in die Grundschulen halten werden. Damit wird den Kindern der Übergang von der Kita in die Schule zusätzlich erleichtert, was ein sehr wichtiger Schritt ist.

Das vollständige Interview findet man übrigens unter: www.schlaumaeuse.de

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