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OsZ 11/09: Ein Einblattdruck schreibt Weltgeschichte

Die Höhlenmalerei brauchte kein Urheberrecht. Das Bild an der Felswand war Unikat – und blieb es. Vom Urheber und seinen Rechten sprechen wir heute, weil die Vervielfältigung von Originalen immer leichter wird. Die Möglichkeit, Originale zu vervielfältigen hat aber auch zur Verbreitung wichtiger Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben oder – heute – der Arbeit und dem Spiel am Computer beigetragen.

Ein Einblattdruck schreibt Weltgeschichte

Ein Einblattdruck schreibt Weltgeschichte

Viele Urheber haben mit ihren Werken Weltgeschichte geschrieben. Oft gingen sie dabei hohe persönliche Risiken ein. Dr. Martin Luther und der Publikationsweg seiner weltberühmten Thesen als „Einblattdruck“ ist so ein spannender historischer Fall der Urheberschaft.

Im Rahmen von fächerübergreifendem Lernen bietet der Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe II eine gute Basis, um einen Zusammenhang zwischen Reformation und Bauernkrieg, Luthers Thesen, und urheberrechtlichen Fragen herzustellen. Mit dem Ziel das Rechtsbewusstsein für Urheberschaft zu schärfen, werden historische Begebenheiten in einen zeitgemäßen Bezug gesetzt und die Vor- und Nachteile einer sich vernetzenden Welt sichtbar gemacht. Die Schülerinnen und Schüler erkunden Leistung und Risiko einer Urheberschaft, indem sie einen spektakulären historischen Fall recherchieren und ein Quiz zu Originalen und deren Urheberschaft erstellen.

Unterrichtsziele
Die Schülerinnen und Schüler:

  • erkunden Leistung und Risiko einer Urheberschaft, indem sie einen spektakulären historischen Fall recherchieren und ein Quiz zu Originalen und deren Urheberschaft erstellen.
  • üben in einfacher Form die Bewertung historischer Quellen, indem sie die Darstellungen zum historischen Publikationsweg der Thesen wider den Ablasshandel von Martin Luther in verschiedenen Medien vergleichen.
  • lernen den Wert geistiger Werke schätzen, indem sie am historisch verbürgten Fall die persönliche Leistung und die Risiken einer Urheberschaft erkunden.
  • setzen sich mit historischen Zusammenhängen von Macht und Verantwortung, Konfliktaustragung und Legitimität von Interessen auseinander, indem sie den Thesentext von Martin Luther in seiner Entstehungs- und Wirkungsgeschichte erkunden.

Umsetzung im Unterricht

  • Phase 1: Rechercheübung
    Die Schülerinnen und Schüler erhalten und bearbeiten eine Rechercheaufgabe in Form einer Quizfrage: Wie hat Martin Luther seine 95 Thesen über Ablass und Gnade öffentlich gemacht?
  • Phase 2: Dokumentation
    Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Rechercheergebnisse, indem sie die unterschiedlichen historischen Darstellungen zum Publikationsweg schriftlich gegenüberstellen.
  • Phase 3: Quellenbewertung
    Die Schülerinnen und Schüler tauschen sich in kleinen Gruppen über die verschiedenen historischen Darstellungen aus und begründen, warum sie welche Darstellung für zuverlässig halten.
  • Phase 4: Entscheidung und Begründung
    Die Schülerinnen und Schüler beantworten für sich selbst die Quizfrage und begründen vor der Klasse, warum sie welche Darstellung zur Veröffentlichung der Thesen für historisch verbürgt und andere Darstellungen für falsch halten.
  • Phase 5: Ergebnissicherung
    Die Schülerinnen und Schüler recherchieren selbstständig weitere Geschichten zum Thema Original und Urheberschaft in Vergangenheit und Gegenwart. Sie erarbeiten eigene Quizfragen inklusive der zugehörigen Antwortmöglichkeiten und finden geeignete Publikationswege für das Quiz.
    Als Ergebnis ist ein Quiz zu Fragen rund um Originale und Urheberschaft. Erarbeitung und Erprobung geeigneter Publikationswege des Quiz bis hin zum „Anschlagen“ an die Schultür.

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